Erfolgreiche Welturaufführung in der Viehbachhalle


Der Bürgermeister und die Damen des Ortes.

Am Wochenende spielte die Heimatbühne das Theaterstück „Florian zur Ehr!“ von Katharina Daffner in der Viehbachhalle. Für die Theatergruppe war dieses Stück etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil die Autorin aus den eigenen Reihen kommt, sondern vor allem auch, da es sich um die Welturaufführung handelte. Das Stück wurde vier Mal vor ausverkauften Reihen mit einem beeindruckenden Bühnenbild dargeboten. Dem Publikum wurde ein Dorfplatz eröffnet, der von einem urigen Wirtshaus, einem schönen Rathaus und einem kleinen Feuerwehrhaus eingerahmt war. Mit viel Spielfreude und einer überzeugenden Darbietung brachte die Heimatbühne Niederviehbach, unter der Leitung von Gundi Thurner, den unterhaltsamen heiteren Feuerwehrschwank „Florian zur Ehr!“ auf die Bühne und erntete damit kräftigen Applaus und immer wieder Lachsalven aus dem Publikum. Es wurde fulminant die Geschichte des Dörfchens Floriansberg erzählt, dessen Feuerwehr mit der Nachbargemeinde zusammengelegt werden soll. Gerade ein Dorf, das vor einigen Jahren fast vollständig abgebrannt ist, trifft diese Entscheidung hart.

Lautstarke Demonstration

Schon der Anfang des Stücks beeindruckte das Publikum als zahlreiche Statisten, angeführt von Hans J. Eder als Gendarm, durch den Zuschauerraum stürmten. Mit Bannern und lauten Rufen machten die aufgebrachten Dorfbewohner klar, dass sie gegen die Abschaffung der Feuerwehr demonstrieren. Trotz aller Gegenwehr der Dorfbewohner lässt der Bürgermeister, überzeugt gespielt von Michael Ruhland, nicht mit sich reden. Ebenso wenig Verständnis zeigt der Landrat, der pointiert und mit einer optisch eindrucksvollen Verwandlung von Josef Daffner dargeboten wurde. Als daraufhin fast alle ihren Feuerwehrdienst quittieren und nur eine kleine Mannschaft übrig bleibt, beschließt der alte Nepomuk, der sehr treffend von Bernhard Reif gezeigt wurde, seine Kontakte zum Heiligen Florian wieder aufleben zu lassen. Den 1.Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr verkörperte Andreas Hofmann authentisch. Die Rolle des 2.Kommandanten und Dorf-Casanovas Thomas übernahm Ludwig Thoma gekonnt. Maria Köndl mimte seine Männer verabscheuende Schwester überzeugend energisch. Die hübsche Wirtin Rosa, die sowohl dem Landrat, als auch Thomas den Kopf verdreht hat, wurde von der Autorin Katharina Daffner selbst gespielt. Die von den Dorfbewohnern wenig geschätzte Sekretärin Hedwig gab Gundi Thurner zum Besten. Lea Nikolaus konnte als wissbegierige junge Feuerwehranwärterin erfolgreich ihr Bühnendebüt feiern. Ebenso glänzte Stefan Brandl in der Rolle des langsamen behäbigen Enkels, obwohl er erstmals Bühnenluft schnupperte.

Als Hl. Florian, der schließlich alles zum Guten wendet, begeisterte Jonathan Haider, der zusammen mit Maria Hain auch für die Maske zuständig war.

Beeindruckende Effekte

Zum Gelingen des Stücks trugen aber nicht nur die Darsteller bei, sondern auch die schöne Kulisse und die aufwändige Technik von Armin Breuer und Alex Hajdu. Ihnen ist es unter anderem gelungen, dass den Zuschauern ein eindrucksvoller Brand des Rathauses gezeigt werden konnte und die Erscheinung des Hl. Florians mystisch spektakulär wirkte. Der Souffleuse Petra Reif ist es schließlich zu verdanken, dass kleinere Textunsicherheiten keine größeren Auswirkungen hatten. Am Ende der Vorstellungen bedankten sich Gundi Thurner und Katharina Daffner bei allen Mitwirkenden und Helfern, ohne die das Theater nicht umzusetzen wäre. Im Besonderen wurde Andreas Bauer genannt, der zwar in diesem Jahr nicht mit auf der Bühne stand, aber seit 50 Jahren Mitglied der Heimatbühne Niederviehbach ist und bei rund 30 Stücken dabei war. In den Pausen konnten die Zuschauer sich an der Bar über das Stück austauschen.Im Foyer wurden zudem Würstl, Käsebrote, Süßigkeiten, Getränke und die für das Stück typischen „Florianizipfel“ angeboten. Letztlich waren die Theaterbesucher, die nicht nur aus dem Ort, sondern auch aus der Umgebung kamen, voll des Lobes. Die Rekordzahl der verkauften Karten spricht außerdem für sich.